Lesemuss – Lesefrust -Leselust?

Stimmen Sie mir zu, wenn ich behaupte, dass Jugendliche heute weniger lesen als früher?

Quelle: Pixabay

Ich habe dazu mal gegoogelt und so einige Veröffentlichungen unterschiedlicher Natur gefunden. Das offizielle Gesundheitsportal der ApothekerInnen tituliert beispielsweise Jugendliche lesen immer weniger, die Süddeutsche schreibt So wird das nie was mit Pisa, in der FAZ liest man Den Buchstaben fehlt der Sinn und das ZDF findet sich Weniger Leser in Deutschland – Das Buch – noch nicht Geschichte. Gerade im Umfeld der PISA-Testungen findet man diese Aussagen immer wieder. Meist gibt es Studien, die zitiert werden. Es klingt alles sehr wissenschaftlich.

Vom Gefühl

Spontan gefragt, würde ich – auf Basis meiner Erfahrung, also nicht empirisch erhoben, rein subjektiven – nicken, wenn ich diese Aussage höre. Ich hab das Gefühl, dass in der Tat weniger gelesen wird – zumindest sehe ich in den Bussen z.B. kaum Menschen mit einem Buch oder einer Zeitung in der Hand. Ich kann mich aber auch nicht erinnern, wie es früher war. Da hatte ich meist selbst die Nase im Buch und nahm meine Umgebung nur äußerst selektiv wahr. Wenn ich aber so darüber nachdenke, so glaube ich, dass sich die Qualität des Lesens verändert hat. Dass Jugendliche nach wie vor gerne lesen, resümiert die Oö. Jugend-Medien-Studie 2019, dass es weniger Unterricht in Lesen und Rechnen gibt in der Volksschule, schreibt Der Standard.

Von der Lesesucht

Als im 18. Jahrhundert mit der elektrischen Beleuchtung das Lesen auch am Abend möglich war und auch die Zugänglichkeit zu Büchern und Zeitschriften durch Lesegesellschaften und Leihbibliotheken zunahm, wurde rasch von einer Lesesucht gesprochen. Man las nicht mehr ein einzelnes Buch intensiv – auch mehrfach – sondern ging zur extensiven Lektüre unterschiedlicher Werke über. Lesen wurde zu einem breiten – heute würden wir sagen – Hobby (was nicht heißt, dass jede*r las, aber der Kreis der Lesenden wurde größer). Man beschwerte sich über die Auswahl der Lektüre, Populärliteratur würden wir sie heute nennen oder wahrscheinlich auch Schundliteratur (z.B. Räuberliteratur, mit der ich mich in meiner Doktorarbeit – mit ihren 655 Seiten beinahe unlesbar – intensiv beschäftigt habe).

Jedenfalls war damals das Lesen auf das gedruckte Wort beschränkt (Überschneidungen in der digitalen Welt lassen sich bei Philippe Wampfler kompakt nachlesen). Heute sollten wir weiter oder breiter denken. So wie wir unseren Literaturbegriff überdenken sollten, sollten wir auch das Lesen in einem weiten Sinne denken. Vor einigen Tagen wurde hierzu ein passender Tweet in meine Timeline gespielt:

Es ist also nicht so, dass sich die Quantität des Lesens geändert hat, sondern die Qualität. Wir scrollen über die Timeline und lesen dabei. Wir schauen uns Werbeplakate an und lesen dabei. Wir schreiben einander Nachrichten und lesen dabei. Aber: Wir lesen hier sehr selektiv, was zu Phänomenen wie Clickbaits geführt hat – ich nehme Heftig und BuzzFeed hier immer gerne als Beispiel (letzteren vielleicht zu unrecht, wie man hier nachlesen kann). Satireseiten wie Der Postillon und Die Tagespresse haben in diesem Zusammenhang auch einen gewissen Reiz. Wir lesen vielfach, ohne zu denken oder mitzudenken. Gerade auf Social Media fehlt zudem die Qualitätskontrolle – die Autor*innen im Hintergrund müssen nicht unbedingt gut recherchiert haben

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War die Lektüre früher kontemplativ und tiefgehend, so ist sie heute vielfach unterhaltend-informativ und bleibt dabei oberflächlich. Setzte ich mich früher zum Lesen bewusst hin, nahm ein Buch oder eine Zeitschrift in die Hand und las, so passiert dies heute vielfach eher nebenbei und zwischendurch. Lesen ist auch anstrengender als das Hören eines Hörbuchs. Beides bringt mir den Inhalte nahe – welchen Weg will ich gehen? Das soll keine Kritik sein, es ist eine rein subjektive Meinung.

Bewusstseinsbildung

Wir sollten Jugendlichen klar machen, dass sie eigentlich täglich lesen und das Lesen wieder attraktiv machen. Ich habe unlängst eine Diplomarbeit betreut, in der als Nebenprodukt die Erkenntnis einer Fragebogenerhebung (nicht repräsentativ aber bezeichnend) von den Schüler*innen angegeben wurde, dass sie in der L2 bzw. L3 nicht gerne lesen, weil der Akt des Lesens negativ konnotiert ist. Lesen bedeutet Zwang. Es stimmt schon irgendwie: Oftmals wählen wir die Klassenlektüre aus. Und wir bestimmen auch, worüber gesprochen wird. Wir geben die Richtung vor. In meiner Schulzeit hatten wir in der Oberstufe ab der sechsten Klasse jedes Schuljahr für den Deutschunterricht zehn Werke zu lesen und als Leseliste abzugeben. Ich ziehe noch immer den Hut vor einem Klassenkollegen, der das österreichische Telefonbuch auf der Lektüreliste hatte. Stellen wir die Lektüre nämlich frei, kann genau das passieren.

Zwischen Lesemuss, Lesefrust und Leselust

Die Gratwanderung bleibt aber sicherlich zwischen dem Lesen und dem Erhalt der Leselust. Hier spielt die Auswahl der Lektüre eine Rolle, die Art und Weise der kritischen Betrachtung und der Textarbeit und auch die Sprache: Menschen mit einer L1 anders als Deutsch tun sich vielleicht schwer, eine mathematische oder naturwissenschaftliche Angabe sinnerfassend zu lesen, weil ihnen die Bildungssprache Deutsch fehlt. Sprachsensibler Unterricht ist ein Ausweg, Scaffolding eine (didaktische) Möglichkeit, zu helfen. Zumindest können wir so vielleicht das Damokles Schwert, das über dem Lesen schwebt, entfernen und das Unverständnis nicht zur Self-fulfilling Prophecy machen (mit Auswirkung auf Motivation und Fortschritt). Und außerdem wäre es gut, in der L1 Lesestrategien zu haben, um in einer möglichen L2 oder L3 darauf zurückgreifen zu können. Aber das ist eine andere Ebene…

PS: Ich habe auf Wakelet mit einer Ressourcensammlung zum Thema Lesen begonnen – work in progress, aber ich möchte sie dennoch teilen.

[edit]

PPS: Gerade als ich meinen Blogpost veröffentlicht hatte, stolperte ich über einen Tweet von Jöran Muuß-Merholz (@joeranDE) zum Thema Lesen – inklusive Leseempfehlung. 🙂